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Special: 17 Jahre Handy-Fotografie – Die größten Meilensteine der Hosentaschen-Knipsen

In diesem Bericht geben wir euch einen Einblick in die Geschichte der Handy-Fotografie. Dabei werden viele wichtige Stationen wie der Einführung des Autofokus und der Frontkamera beschrieben.

Erstes Kamera-Handy: Toshiba Camesse

Bereits im Jahre 1999 kam das erste Mobiltelefon mit integrierter Digitalkamera auf den Markt. Dabei handelte es sich um das Toshiba Camesse. Hierzulande ist das Gerät kaum bekannt, da es lediglich in China erschien.

Toshiba Camesse: Erstes Kamera-Handy (c) Toshiba

Das Camesse hatte eine eingebaute Optik mit 0,1 Megapixeln (352 x 288 Bildpunkte) und verfügte sogar über ein vorinstalliertes Programm zum Bearbeiten der Fotos. Aufgrund der extrem niedrigen Auflösung gab es Aufnahmen im Briefmarken-Format mit „Ratespiel“-Faktor.

Nokia 7650: Das Kamera-Handy für Europa

Bis wir hierzulande in den Genuss kamen, mit dem Mobiltelefon zu fotografieren, vergingen weitere drei Jahre. Nokia läutete 2002 mit dem 7650 auch in Europa das Zeitalter der Handy-Fotografie ein.

Nokia 7650: Erstes Kamera-Handy in Europa (c) Nokia

Das Gerät verfügte sogar über einen Sensor mit VGA-Auflösung (0,3 Megapixel / 640 x 480 Pixel). Dadurch waren die Motive deutlich besser erkennbar. Das kleine Display eignete sich mit lediglich 208 x 176 Pixeln aber nur bedingt als Sucher.

Die Megapixel- und Video-Ära

Aus Japan kam schließlich 2004 mit dem Sharp GX30 eines der ersten Handys mit 1 Millionen Bildpunkten bei der Digitalkamera. Es verfügte sogar über eine Makro-Aufnahme und einen SD-Speicherkartenschacht.

Sharp GX30: Eines der ersten Handys mit Megapixel-Cam (c) Sharp

Das GX30 konnte zwar auch Videoclips mit einer Länge von 45 Sekunden aufnehmen, war jedoch nicht das erste Mobilgerät mit solch einer Funktion. Ein Jahr zuvor dachte sich der finnische Konzern Nokia, dass es eine gute Idee wäre, mit dem Handy auch filmen zu können.

Heraus kam das – etwas klobige – Nokia 3650. Damit konnte man sogar schon mehrere Minuten lang aufzeichnen.

Die Einführung des Autofokus

Der Autofokus findet sich mittlerweile in jedem noch so günstigen Einsteigerhandy wieder – was auch gut so ist, denn ansonsten wäre der Ausschuss der Fotos gravierend. Das erste mit der automatischen Scharfstellung kam, wenig verwunderlich, aus Japan.

NTT Docomo P505is: Erstes Autofokus-Handy (c) NTT Docomo

Das NTT DoCoMo mova P505iS verfügte über einen CCD-Sensor mit 1,28 Megapixeln. Konkurrent Sharp erhöhte im selben Jahr die Megapixel-Zahl und brachte mit dem SH900i sogar ein Klapphandy mit 2 Megapixeln nebst Autofokus heraus.

Frontkamera – Von der UMTS-Videotelefonie zum Selfie-Boom

Mit Modellen wie dem Samsung SGH-Z105 wurde ab 2004 das Ablichten des Handy-Besitzers selbst ermöglicht. Hier aber vornehmlich für die Videotelefonie über den 3G-Mobilfunkstandard UMTS.

Samsung SGH-Z105: Eines der ersten Handys mit Frontkamera (c) Samsung

Wie wir heute wissen, war und ist die Videotelefonie über das Mobilfunknetz allerdings ein Flop – kaum jemand macht von dieser Funktion Gebrauch. Trotzdem mauserte sich die Frontkamera in den letzten Jahren zum nicht mehr wegzudenkenden Wegbegleiter.

Nokia führte 2008 mit dem N95 ein äußerst populäres Smartphone ein, das nicht nur über satte 5 Megapixel hinten, sondern auch über eine vordere Optik verfügte. Richtig salonfähig wurde die Frontkamera jedoch erst durch Samsung und Apple.

Durch Smartphones wie dem Apple iPhone 4 und dem Samsung Galaxy S im Jahre 2010 wurden zwei Flaggschiffe herausgebracht, die durch den großen Touchscreen komfortabel Selfies ermöglichten.

Beide Modelle bekamen eine VGA-Frontkamera mit Video-Aufnahme spendiert.

Blitz: Sony-Ericsson bringt Licht ins Dunkle

Die einstige japanisch-schwedische Kooperation erhellte das Handy-Bild des Kassenschlagers T610 anno 2003 mittels eines externen LED-Blitzes. Dieser war recht klobig, bot jedoch mehrere Leuchten und konnte an mehreren Geräten des Herstellers benutzt werden.

Sony Ericsson K700: Erstmals ein LED-Blitz im Handy (c) Sony Ericsson

Der Nachfolger K700i brauchte solch ein Zubehör nicht mehr, da dieses Mobilgerät als eines der ersten einen integrierten LED-Blitz bot. Mit dem K800i ging Sony-Ericsson noch einen Schritt weiter und setzte auf einen echten Xenon-Blitz.

Diese Variante wird jedoch bis heute kaum in Smartphones verwendet. Wahrscheinlich aus Gründen des Platzverbrauchs der Module.

Zoom: Optische Version setzt sich bis heute nicht durch

Schmerzlich vermissen sicherlich viele Hobby-Fotografen eine variable Brennweite, wie sie das Sharp V902 anno 2004 einführte. Dieses Handy leistete mit seiner 2 Megapixel-Kamera samt optischem Zweifach-Zoom Pionierarbeit.

Sharp V902: Ein 2x optischer Zoom (c) Sharp

Auch weitere Wettbewerber wie Samsung (SGH-800) und Nokia (N93) versuchten sich bald darauf an einem realen Zoom, doch es blieb hier bei wenigen Exoten. Zuletzt wagte sich Samsung mit dem Galaxy K Zoom 2014 an ein Smartphone mit optischer Zehnfach-Vergrößerung.

Die digitale Variante besitzen hingegen fast alle Smartphones, doch sie bringt aufgrund des großen Schärfeverlustes keine Vorteile.

Bildstabilisator – Weniger Ausschuss, weniger Frust

Bei der Einsteiger- und Mittelklasse wird vermehrt auf die kostengünstige digitale Lösung der Bildstabilisierung im Mobilfunksektor gesetzt. Hierbei soll durch Software-Tricks, etwa das Anpassen von Werten wie der Belichtungszeit und einer Nachbearbeitung der Fotos, das Verwackeln kompensiert werden.

Nokia Lumia 920: Optischer Bildstabilisator inklusive

Der optische Bildstabilisator arbeitet erheblich effektiver und wurde erstmals Ende 2012 in einem Smartphone verbaut. Das Nokia Lumia 920 konnte mit einem beweglichen Linsensystem aufwarten, das dem Verwackeln entgegenwirkt. Dies geschieht sowohl bei Fotos als auch bei Videos.

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