logo

LG CAM Plus im Test – Mittelprächtiges Kamera-Modul mit Schwächen

Das LG G5 ging als erstes modulares Smartphone eines großen Herstellers in die Geschichte ein, für uns ist speziell die Erweiterung namens LG CAM Plus interessant. Wir haben das Modul ausführlich getestet und sagen euch, wieso der Hersteller hier nicht ganz seine Hausaufgaben gemacht hat.

LG CAM Plus – Die Eckdaten

Vom Namen her könnten ambitionierte Fotografen zunächst vermuten, dass der Konzern mit dieser Erweiterung eine neue Optik mit optischem Zoom oder wenigstens einen Xenon-Blitz springen lässt.

Doch bei beidem ist Fehlanzeige, das CAM Plus soll vornehmlich die Bedienung verbessern. Das Produkt ist ein Kameragriff, der die normale Unterseite des LG G5 ersetzt. Hinten hat das CAM Plus eine geriffelte Fläche, die für besseren Halt sorgen soll.

Unter der Hülle steckt zudem ein zusätzlicher Akku mit 1.200 mAh. Rechts (Blick vom Display-Sucher aus) wurde ein Einschalter für die Kamera angebracht, an der oberen Ecke gibt es ein Zoomrad, links oben eine zweistufige Auslösetaste.

Videos werden mit einem dediziertem Button daneben aufgenommen. Eine kleine LED gibt Auskunft über den Ladezustand der aufladbaren Batterie. Allzu spektakulär klingt die Ausstattung des Moduls also nicht – und der UVP-Preis von 99 Euro ist deutlich zu teuer.

Wir bekamen als Vorbesteller jedoch das Zubehör gratis dazu. Bei manchen Anbietern, wie 1&1, gilt die kostenlose Dreingabe immer noch.

Die Verarbeitung / Haptik des CAM Plus

Das Zoomrad des LG CAM Plus hat keine Rasterung

Das Zoomrad des LG CAM Plus hat keine Rasterung

Man fragt sich wirklich, wer dieses Produktdesign entworfen hat. Ergonomie sieht jedenfalls anders aus. Auf der linken Seite wären das Zoomrad und die Auslösetaste deutlich besser aufgehoben, da sie leichter erreichbar wären.

Die Positionen für den Einschalter und den Button für die Videoaufnahme gehen hingegen in Ordnung. Allzu große Hände darf man allerdings nicht haben, wenn man das Modul bequem bedienen möchte.

Auch ist es etwas konfus, dass es zwar an der Rückseite eine raue Oberfläche gibt, die Innenseite wo die Fingerspitzen liegen allerdings aus rutschigem Plastik besteht. Die generelle Verarbeitungsqualität des Moduls ist „okay“.

Es wirkt nicht sehr hochwertig, aber auch nicht wie aus dem Kaugummiautomaten. Der Druckpunkt des Auslösers gefällt uns sehr gut, das undefinierte Zoomrad hingegen eher weniger.

Das CAM Plus im Praxistest

Die Auslösetaste ist gut, aber schwer erreichbar

Jason Statham huscht derzeit im Fernsehen herum und rührt die Werbetrommel für das G5 samt seiner Module. Auch mit dem CAM Plus knipst der Actionheld fröhlich, doch man hat mit dem Gerät nicht ausschließlich Spaß.

Zunächst die positiven Aspekte. Das Anbringen des Moduls funktioniert problemlos und in wenigen Sekunden. Die zweistufige Auslösetaste ist tatsächlich ein Mehrwert – aber andere Firmen wie Sony können solch eine Taste ab Werk am Smartphone anbringen.

Ein Zoomrad gibt es hingegen standardmäßig an kaum einem Mobilgerät. Doch da das G5 sowieso nur über einen Digital-Zoom verfügt, sollte man nicht allzu viel davon Gebrauch machen. Zum Wechseln zwischen normaler Optik und Weitwinkel taugt das schwammige Rad allerdings.

Der Druckpunkt des Video-Knopfes ist ebenfalls gut und der Einschalter wurde mittels eines Schiebereglers gelöst, was ein versehentliches Starten der Kamera verhindert. Auch die LED-Anzeige für den internen Akku ist eine gute Idee.

Hin und wieder nutzten wir das CAM Plus tatsächlich gerne, da physische Tasten mehr Feedback bieten und angenehmer zu bedienen sind. Doch bedingt durch die mangelhafte Ergonomie und die teils unpassend platzierten Tasten, wird man nicht allzu lange damit Fotografieren wollen.

Fazit zum CAM Plus

Wir sind von diesem Modul nicht vollends überzeugt. Die Auslösetaste, der Einschalter und der zusätzliche Akku sind nützlich, die Handhabung allerdings teils ein Krampf. Außerdem wären wirklich aufwertende Features wie ein optischer Zoom oder ein Xenon-Blitz hilfreicher gewesen.

So können wir das LG CAM Plus nur empfehlen, sobald der Preis von den derzeitigen rund 80 Euro auf etwa 50 Euro fällt. Wir sind gespannt, ob weitere Module mit Fokus auf die Kamera für das G5 erscheinen.

Veröffentlicht von

2 Kommentare zu “LG CAM Plus im Test – Mittelprächtiges Kamera-Modul mit Schwächen”

Verfasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *