logo

Der große ISO-Test – Wie hoch darf die Lichtempfindlichkeit bei Smartphones sein?

Das Bildrauschen ist ein wichtiger Faktor bei der Bildqualität. Dieses Phänomen tritt bei zunehmender Steigerung der ISO (Lichtempfindlichkeit) ein. Wir haben das Wiko Robby, das LG G5 und die Canon 760d in einem ISO-Test verglichen.

Weniger Bildrauschen = mehr Qualität

Besonders kleine Sensoren – wie die in Smartphones – neigen dazu, verfälschte Pixel bei hoher Lichtempfindlichkeit einzuschleusen. Diese Eigenheit, auch Farbrauschen genannt, äußert sich in der Zunahme vieler bunter Bildpunkte, die von der eigentlichen Farbe des Objektes abweichen.

Besonders in dunklen Partien tritt dieser Effekt bei steigender ISO-Zahl vermehrt auf. Je weniger Bildrauschen, desto bessere Fotos kann man ohne Blitzeinsatz bei schlechtem Licht machen.

Einsteiger-Smartphone gegen Mittelklasse-Smartphone gegen Spiegelreflex

Unser ISO-Test ist ein etwas unfairer Vergleich, dennoch möchten wir euch die Leistungsfähigkeit bei wenig Licht in den verschiedenen Smartphone- und Kamera-Kategorien aufweisen. Deshalb haben wir das günstige Wiko Robby gegen das LG G5 und die Canon 760d antreten lassen.

Wir haben alle drei Geräte auf ein Stativ befestigt und eine Farbpalette fotografiert. Bedingt durch die unterschiedlichen Brennweiten weichen die Blickwinkel jedoch etwas ab. Wir haben in ISO 100, ISO 400, ISO 800 und ISO 1600 gemessen.

Wir haben bei der 760d ein Objektiv mit 50mm Brennweite und Blende f/1.8 verwendet. Für einen fairen Vergleich wurde die Blende bei der Spiegelreflex offen gelassen (höchste Stufe f/1.8), da bei kleinerer Blende der Vorteil zu groß gewesen wäre.

Unser ISO-Poster zeigt 100%-Ausschnitte (Crop) der Gesamtfotos. Die Auflösung haben wir bei allen Systemen auf 4 Megapixel (16:9) eingestellt.

ISO 100 eignet sich auch bei günstigen Smartphones

Ein Smartphone, das selbst bei ISO 100 schlechte Bilder macht, ist keinen Euro wert. ISO 50 ist die Mindesteinstellung, bei manchen Kameras und Handys auch ISO 100. Sowohl das Wiko Robby als auch das LG G5 machen hier eine gute Figur.

Das G5 ist zwar einen Hauch schärfer als das Wiko und auch als die 760d, dafür greift aber schon die Rauschunterdrückung ein. Ein leichtes Rauschen kann man bei beiden Modellen erkennen. Auch ein Nachschärfen der Software ist wahrscheinlich.

Die 760d weist keinerlei Rauschen auf, aufgrund der offenen Blende hinkt sie allerdings bei der Schärfe hinterher.

ISO 400 – Langsam wird es heikel

ISO-Test

ISO-Test

Diese Lichtempfindlichkeit führt zu einem sichtlich verwaschenem Bild beim Wiko Robby, das LG G5 ist schärfer, rauscht aber dafür auch mehr. Die 760d fühlt sich bei ISO 400 sogar etwas wohler, das Rauschen ist kaum zu erkennen und die Schärfe hat zugenommen.

ISO 800 – Bei Smartphones nur im Notfall einsetzbar

Deutlich verblasst und mit großem Anteil an Bildrauschen zeigt sich das Testfoto des Wiko Robby. Die Schärfe nimmt leicht zu, was aber wohl per Software realisiert wird. Ein ähnliches Szenario zeigt sich beim LG G5. Besonders in den dunklen Partien gibt es viele bunte Pixel.

Der Spiegelreflex macht ISO 800 hingegen kaum etwas aus, hier wird der Qualitätsvorteil bei schlechtem Licht deutlich sichtbar.

ISO 1600 – Rätselraten bei den Motiven

Wir raten dringend jedem ab, bei Smartphones auf einen ISO-Wert von 1600 zu gehen. Das Testfoto des Wiko Robby sieht aus, als würde es Konfetti regnen. Abermals wurde von der Software stark nachgeschärft, trotzdem bleibt das Foto fast unbrauchbar.

Das LG G5 kann sich bei ISO 1600 noch recht wacker behaupten, dennoch sieht man beim schwarzen Hintergrund nur noch grauen Matsch und bunte Bildpunkte. Bei der Canon 760d lässt die Schärfe bei ISO 1600 etwas nach, das Bildrauschen ist aber kaum merkbar gestiegen.

Fazit des ISO-Test

Bei Einsteiger-Smartphones empfehlen wir, bis maximal ISO 400 zu gehen. Bei einer höheren Lichtempfindlichkeit verblassen die Fotos und produzieren starkes Farbrauschen. Bei Highend-Smartphones kann ruhig noch ISO 800 gewählt werden, mehr sollte es aber nicht sein.

Lasst euch also nicht davon blenden, wenn ein Smartphone-Hersteller mit ISO-Werten von 3200 wirbt. Brauchbar ist solch eine Stufe bei einem Mobilgerät derzeit definitiv nicht.

Veröffentlicht von

Verfasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *